Gedanken zur Schwarzen Szene II

Ich rechne mich selbst zur Schwarzen Szene doch in letzter Zeit beginne ich zunehmend an ihrem Gehalt zu zweifeln. Was die Szene an Nachwuchs heranzieht strotzt vor Oberflächlichkeit und Perspektivenlosigkeit. Frei nach dem Gedanken "Party, Sex, Mode" verdrängt eine trendfixierte Generation die ursprünglichen Werte einer offenen Szene. Die dunkle Familie erkrankt an dem was einst ein Feindbild war: Dem Mainstream. Ein gleichgeschalteter Massengeschmack und kapitalorientierter Musik- und Modemarkt,  überflutet von gehaltlosen Eintagsfliegen, treibt den Niedergang auf der Jagd nach schwarzen Zahlen voran.
Will man zu so einer Generation gehören?
Als ich anfing mich zur Szene zu orientieren schwebte mir eine Gemeinschaft vor die in ihrer Individualität nur das Schwarz und eine kritische Haltung teilt. Ein Blick auf die pulsierende Clublandschaft zeichnet ein anderes Bild. Einige der Gestalten die dort herumhängen, neonbeschmückt mit den immergleichen Outfits, ist lästerhafter und trügerischer als die Gesellschaft vor der man zu fliehen versucht. Als Nachläufer des Punk hat Gothic die Funktion selbstdenkend, eigenwillig zu sein, davon merkt man nichts.

Man werfe mir jetzt gerne ewiges "Früher-wars-besser"-Gesage vor, aber ich habe meine Meinung. Die Mentalität des rebellischen sinistren Untergrundstroms die ich vermisse versank lange vor meiner Zeit unter den abwechslungslosen Mienen einer neuen Generation Goth die ich zu lieben nicht vermag.

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