Lyrik: Prinzessin Rostfrei

Guten Abend. Beginnen wir mit ein wenig Lyrik.
Das folgenden Gedicht dürfte ich so irgendwann letzten Herbst angefangen haben. Der Name basiert auf, so seltsam das klingen mag, einem Brotmesser in einer Jugendherberge. 
Was mich maßgeblich gereizt hat, das Gedicht zu machen war ein Poetry Slam-Beitrag von Sven Kamin auf dem Lagerhaus-Slam in Bremen. Er hatte sich daran versucht, ein Gedicht mir fortlaufender Handlung und dem immer selben Reim zu verfassen. Eine Idee die ich mir daraufhin adaptiert und interpretiert habe. 

So entstand das folgende Gedicht mit dem ich vor Kurzem das Finale beim SPAM-Poetry Slam in der  Faust gewonnen habe.


Prinzessin Rostfrei
oder: Die Monogereimte Ballade von der suizidalen Edeldame

Wie der Tag der Nacht nun wich
und des Mondes Sichel sich
langsam zu den Sternen schlich
Plaget mein Gedächtnis mich
all die Bilder, fürchterlich.
Fragend schaust Du, wart nur ich
zwing mich und bericht' für Dich

Als ich frisch und jungendlich
Beinah dem Adonis glich
Kindchen, da begab es sich,
dass eine Prinzessin mich
begehrte, geist- und körperlich
Deren Antlitz Engeln glich.
Oh wie herrlich denkt man sich.

Doch der Kalt gezog'ne Strich
Durch die Rechnung war nämlich
Das mein Stammbaum nicht dem glich
Was ihr Vater wünschte sich.
Ferner sprach er, wäre ich
Bloß der Hufschmied, lediglich.
Oh! Wir klagten flehentlich.

Trotzdem stets des Abends schlich
Auf ganz leisen Sohlen ich,
doch zu ihr, nichts stoppte mich.
(Doch) Was erfuhr ich. Fürchterlich!
Ein Prinz von weither machte sich,
Grob, gemein und anzüglich,
An sie ran. Wie widerlich!

Als mich die Idee beschlich:
„Diesen Lump erschlage ich“
Da erschien der Wüterich,
Schnell war klar: Ja eigentlich
bin ich im Kampf nur durchschnittlich.
Gleich traf mich sein erster Stich,
Woraufhin ich die Segel strich.

Zu Ihr sprach er, dass er mich
Dabei sah wie ich verblich
und ich läg' nun angeblich
schon im Grabe, kümmerlich
Mehr war nicht erforderlich,
Die Prinzessin schnell entwich
Unter Tränen, bitterlich.

Heute da erzählt man sich,
dass sie alsbald hinsichtlich
ihrer Lage klammheimlich
Sich auf Turmes Zinne schlich
Dort, so sagt man, rief sie mich
ein letztes Mal, ganz zögerlich.
Dies erfuhr ich nachträglich.

Dann, oh es ist fürchterlich
Glaubte sie, dass ich verblich
Daraufhin stürzte sie sich
In die Tiefe, unglücklich
Sie glaubte, liebte unsterblich
„Im Jenseits wartet er auf mich“
Und so starb sie vorsätzlich.

Ich bin mitverantwortlich
Sogar außerordentlich
Diese Schuld vergebe ich,
mir niemals, auf ewiglich

1 Kommentar:

  1. Diese Technik finde ich wirklich sehr interessant und sie passt sehr zum Inhalt des Gedichts. Ich muss sagen, ich bin wirklich beeindruckt.

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