Grafik: Empire Of The Reaper (Serie, Part I)

Guten Abend liebe Leser_Innen,

vielleicht werdet Ihr Euch fragen: „Nanu, was soll das denn jetzt? Ist denn schon wieder Samstag?“.
Nein, natürlich ist es bis zum Samstag noch ein bisschen hin, doch ich wollte einen günstigen Moment nutzen und Euch den Beginn einer neuen Serie vorstellen. 
Ausgangspunkt ist ein Gespräch, das ich vorgestern mit Tom Galonska, einem Freund von mir, via Scype führte. Tom komponiert bereits seit längerer Zeit Lieder und Symphonien, die er dann in aufwändiger Eigenarbeit an Rechner und Piano umsetzt. Im der Unterhaltung mit ihm keimte die Idee, man könne doch zu seiner aktuellen Symphonie „Empire Of The Reaper“ eine Zusammearbeit anstreben. Er steuert die Musik bei und ich setze meine Gedanken dazu grafisch um. Aus „Empire Of The Reaper“ soll eine ganze Serie über Aufstieg und Fall eines Imperiums entstehen. Diese Chance, mit einem ambitionierten Musiker zusammenzuarbeiten hat mich derart angestachelt, dass ich bereits jetzt erste Ergebnisse vorzeigen kann. Diese setzten sich aus diversen Detailskizzen, Konzeptideen und einem fertigen Bild zusammen aus denen ich hier eine Auswahl zusammengestellt habe. Meine Hoffnung ist groß, dass sich aus diesen ersten Ansätzen, eine gute Zusammenarbeit zwischen Tom und mir entwickelt. 

Skizze I
 Die Symphonie von Tom beschreibt, wie bereits erwähnt, die Geschichte einer tyrannischen Herrschaft des Todes, den Aufstieg und Niedergang seines Imperiums. Der erste Teil „Rise“ behandelt, wie der Name schon sagt, den Beginn und die Machtergreifung des Todes, des Sensenmanns. Was ich Euch heute zeigen kann, besitzt noch keine komplexe Erzählstruktur und dient mehr dazu, mir ein klares Abbild vom dem Tyrannen zu machen, den die Symphonie beschreibt. 
Anfänglich tendierte ich noch stärker zu einer Darstellung des Todes, die eher klassisch inspiriert war. So plante ich, ihn mit naturalistischem Totenschädel, jedoch lebendigen Augen darzustellen. Dieses Vorhaben wirkte zwar zu Anfang recht stichhaltig, doch mir wurde klar, dass es der Komposition nicht angemessen war. Der Tod ist dort eher eine unmenschlichere Gestalt, die von purer Bosheit getrieben, nach Macht strebt. Daher verwarf ich den teil-naturalistischen Ansatz. 


Skizze II

Stattdessen wechselte ich zu einer verzerrten Darstellungsweise mit verzerrten Umrissen und leblos-bösen Augen ohne Pupillen. Dies machte den Schnitter um einiges furchteinflößender und verlieh ihm einen Ausdruck der gefühllosen Besessenheit. Erst später sollte das Handeln des Sensenmannes zielgerichteter und kalkulierter werden, seinem Machtstreben sollte nichts als animalische Durchtriebenheit und der Hunger nach Kontrolle zugrunde liegen. Das entsprach eher meiner Vorstellung von Macht und Machtgier. 


Aus diesen Gedanken stellte ich nun, Toms Musik stets im Hinterkopf, die erste Reinzeichnung zusammen. Die Darstellung des Gesichtes wurde noch entmenschter und ich ergänzte die Bildkomposition um wild greifende Hände, die ich um den Kopf anordnete. Den Händen, die ich anfangs mehr aus ästhetischen Impulsen hinzugefügt hatte, sprach ich die Bedeutung des wahl- und kompromisslosen Machthungers zu. Jedoch sollen sie nicht fester Bestandteil der Morphologie des Schnitters werden sondern lediglich diese erste Gegenüberstellung begleiten. 


Reinzeichnung I, Empire of the Reaper, Misera/Galonska 2012
 

Diese Zeichnungen sollen das Fundament für eine ganze Reihe an Bildern legen, die Toms Symphonien begleiten werden, wie ich hoffe. Was den Körper des Todes anbelangt, bin ich mir noch unschlüssig ob ich diesen eher klassisch oder neuartig halten soll. Es existieren erste Ansätze einer gertenschlanken Gestalt, teilweise auch mit Flügeln, die mir aber bisher zu Infantil sind. 



Schaut unbedingt auf Toms YouTube-Kanal vorbei und lasst freundliche Worte da. Dieser Eintrag wird bei Weitem nicht der letzte aus dieser Serie sein. 

Liebe Grüße, 
Euer Linus Misera


Ich freue mich immer über Kommentare, Kritik, Abonnenten und Zuschriften.
 

Kommentare:

  1. Toll!!!! Jetzt bin ich schon fast neidisch!!! Das klingt total interessant und ist ein sehr gut überlegtes thema!!! Die skizzen sehen natürlich malwieder genial aus, vorallem die dritte von oben, so hab ich mir den tod noch nie vorgestellt! Interessant finde ich auch, dass der tod oder sensenmann immer bösartig und monströs dargestellt wird, ich sehe ihn ja ganz anders , aber vielleicht ist das auch unnormal ;)
    Hoffe du hälst uns auf dem laufenden mit diesem projekt , will unbedingt wissen wo es hinführt :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Sicht auf den Tod ist auch eigentlich nicht derartig dämonisiert, er gehört ja zum Leben unweigerlich dazu. Ein todbringender Sensenmann ist allerdings ein hervorragendes Sinnbild für einen Tyrannen.

      Löschen
    2. PS: Natürlich halte ich Euch auf dem Laufenden. Der Blog ist eine wichtige Konstante in meinem Leben und das Feedback ist wichtig.

      Löschen
  2. Wenn ich hier als Komponist meinen Senf dazu abgeben darf.
    Die Idee, den Tod als das Böse darzustellen, ist nicht neu.
    Jedoch hat mich der personiefizierte Tod schon immer interessiert und vorallem faszieniert. In sehr vielen meiner Lieder wird er (immer aus einem anderen Blickwinkel) betrachtet.
    Und doch ist der Tod die Urangst in allen Menschen, ein Thema, das mit einem gewissen Tabu belegt ist. Warum also nicht die Urangst des Menschen ansprechen und ihr ein böses Gesicht verleihen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass Du uns beehrst, Tom. Herzlich willkommen. Ich hatte für die nächsten Bilder vor, den Tod in annähernd menschlicher Gestalt durch die Straßen einer Stadt wandern zu lassen. Im Grunde wollte ich, mit Anleihen bei Gustave Doré, den Aufstieg eines grausamen Autokraten nachzeichnen. Erst an der Macht soll der Tod sein wahres Gesicht offenbaren.

      Löschen
  3. Das sollte aber garnicht negativ klingen, natürlich sehen die meisten menschen den tod als etwas monströses unangenehmes - völlig klar!
    Ich persönlich habe nur einen anderen bezug dazu, dshalb sehe ich ihn bzw. Es eher nicht als eine person sondern eher wie ein gefühl...klingt bescheuert ;) ich bin auf jeden fall gespannt auf die resultate und werde mir auch noch die dazugehörige musik anhören :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, tut mir Leid.
      Das sollte von mir ebenfalls nicht so rüber kommen :)

      Ich sehe den "Tod" so wie er real existiert auch nicht als was etwas schlechtes. Denn er ist ja ein Begriff, der zum Leben dazu gehört und aus dem Tod entsteht neues Leben.

      Ich betrachte dann nur den Tod als Person und plötzlich steht er für alles, wovor wir uns fürchten.

      Der Tod ist für mich in echt auch keine Person. Es ist eine fiktive Geschichte, basierend auf einer fiktiven Person.
      Das wird, wenn man sich meine eigenen Interpretationen und Geschichten zu den Liedern, ansieht auch recht deutlich.
      zB. bei "Captured in Time" habe ich mir überlegt, was passiert, wenn der Tod stirbt. (Wollte ich eig auch mal ein Buch verfassen, war bis jetzt aber zu faul um anzufangen)

      Löschen
  4. Hihihi ne ich bin da ja nicht so, kein grund für endschuldigungen ;) missverständnisse sind eine gute basis für diskussionen :)
    Ich glaube, dass die menschen sogar heutzutage mehr angst vor dem tod haben als früher , denn damals wurden die toten noch tagelang im haus behalten, lagen in ihren betten und konnten von jedem besucht und betrachtet werden, es wurden sogar fotos gemacht, bei denen man die toten anzog, auf einen stuhl setze und familienfotos schoß .... Etwas creepy aus unserer sicht heute, aber immernoch ein normalerer umgang damit als dass was wir heute machen :)
    Ich verstehe total , dass du dich eher dem mystischen , erschreckendem wesen, des todes widmest, ich mag gruseligkeiten , es wäre dennoch interessant dieses thema mal ganz anders zu betrachten ;)
    Hey!!!! Jetzt hab ich ein neues thema für meinen blog, danke dir ;)

    AntwortenLöschen

Was ist Eure Meinung? Lasst es mich wissen.