Grafik: Infantiler Scheiss

Guten Abend liebe Leser_Innen,

Der Unterlegene
tretet näher, kommt heran. Es geht diesen Abend um die Grafik „Infantiler Scheiss“. Das Exponat entstand in der Nacht auf den 
7. August 2012 und misst 59 Zentimeter in der Breite und 95 in der Höhe. Der Malgrund ist eine dünne Holzplatte vom Sperrmüll, gezeichnet wurde mit einer Mischung aus Fasermarker, Kohle und weißer Kreide. Die Arbeit hat etwa zwei Stunden gedauert und hat außerordentlich viel Spaß gemacht. Motivisch möchte ich auch ein Wenig ins Detail gehen, ohne dabei aber viel einer möglichen Deutung vorauszunehmen. Abgebildet sind zwei Personen, welche sich in einem klassischen Macht-Ohnmacht-Verhältnis gegenüber-stehen. 
Der Mächtige
Die größere der beiden Personen trägt einen zurückgebundenen Irokesenschnitt und domininiert mit ihrem Körper die rechte Bildhälfte. Mit Tentakeln, die aus ihrem Oberkörper entspringen, hält sie die kleinere Person im Würgegriff und schaut bedrohlich auf sie herab. Die kleinere Person schaut verängstigt auf. Unfähig sich zu wehren, mit gefesselten Armen ist sie ihrem Gegenüber  völlig ergeben und ausgeliefert. Über dem Kopf der rechts stehenden Person schwebt eine Sprechblase mit dem comichaften Schriftzug „LOVE ME!“. Es ist die dargestellte Dualität des mächtigen und das machtlosen Menschen

Detailansicht: Tentakel
Das Bild ist das Produkt einer Laune und nicht das eines definierten Hintergedankens. Wer eine Interpretation findet, macht für sich selbst einen Schritt nach vorn. Wer mir jedoch eine Aussageabsicht unterstellt, liegt hier ziemlich daneben. Ohnehin bin ich der Auffassung, dass die übersteigerten Interpretations- versuche, die in Schulen und Universitäten als Zugang zu künstlerischen Werken gelehrt werden, narrenhafte Versuche sind, sich mit Kunst auf einer Theorieebene auseinander zu setzten, die, schlicht gesagt, Schwachsinn ist. Ich bestreite nicht, dass Kunst auch immer eine Idee, einen Gedanken oder Kritik transportiert, doch allzu oft fällt bei dem Versuch, selbige herauszufiltern das Werk an sich der Vernachlässigung anheim.
Das ist aber natürlich auch nur die Meinung eines Narren.

Das war es für heute, 
bis dann ihr Lieben,
Linus Misera


„Infantiler Scheiss“, Linus Misera, August 2012

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Kommentare:

  1. Bei einer Entstehungszeit von zwei Stunden ist klar, dass es Spaß gemacht haben muss, diese Grafik anzufertigen. Es ging ruckzuck von der Hand.

    Auf mich wirkt das Bild einigermaßen bedrückend, vielleicht auch ein wenig überinformativ durch die eingefügte Bildunterschrift und die Sprechblase, aber hey, wieso dieser Scheiß infantil sei soll, ist mir dennoch nicht klar.

    LG JA

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    1. „Infantiler Scheiss“ ist ja nur der Titel und keine neutrale Beurteilung. Ich stand halt am Ende davor und dachte: „Das ist doch irgendwie affig. Infantiler Scheiss.“ und hab das drunter geschrieben. Auf diese Sprechblasen fahre ich zurzeit einfach ab. Das wird auch an den nächsten Bildern zu erkennen sein. Danke für deinen Kommentar, Julian.

      Liebe Grüße,
      Linus

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