Stimmungsbild: Es ist wieder da

Guten Abend liebe Leser_Innen,

fürwahr, ich bin Euch ein Lebenszeichen schuldig. Viel zu lange habe ich, im Zimmer liegend, vor mich hingedämmert und Euch nur Dosenkost gepostet. Umso mehr freue ich mich, Euch sagen zu können, dass meine Zeichenblockade scheinbar ein Ende gefunden hat.
Gestern Nacht habe ich eine große und detaillierte Zeichnung angefangen, deren grundliegende Idee mir schon länger vorschwebte. Der Spaß an der Arbeit ist wieder da und das wird auch höchste Zeit. Nach der Organisationsarbeit für das Mono für Alle - Konzert und dem Beginn der Winterpause, brauchte ich etwas, das mich durch den Winter bringt. Entweder eine liebende Schulter mit einem zauberhaften Menschen daran oder die Kunst. Zur Zeit sieht es aus, als wäre es die Kunst. Vielleicht findet sich aber auch noch jemand, der mich zu lieben bereit ist.
Nach dem Leipziger Desaster hatte ich bis jetzt keinen Stift mehr in die Hand genommen. Viele Filme und neue Erfahrungen haben mir jetzt wieder zu genug Ideenreichtum verholfen, um optimistisch zu sein.

Danke, dass Ihr mich begleitet und ein herzliches Willkommen an alle, die neu dabei sind.
Euer,
Linus Misera



Kommentare:

  1. Hmm. Wie fange ich am besten an? Nachdem ich ziellos ziemlich lange, zumindest für meine Verhältnisse, ziellos durch deinen Blog gesegelt bin, frage ich mich nun, wie ich denn eigentlich hier hin gekommen bin. Ich glaube, es war Blog-Zug. Gibt also auch was anderes ausser hunderte von sinnlosen Beauty - und "guck mal was ich heute gegessen hab'" Blogs. Faith in humanity restored.
    Um zum eigentlichen Thema zu kommen: da gibt's viel zu viel. Wenn ich alles, wozu ich was zu sagen hätte, kommentieren würde - viel Spass. Ich könnte einen ganzen Roman schreiben. Wahrscheinlich würde ich noch morgen vor dem Computer sitzen. Nicht, dass dies ein Problem wäre. Trotzdem. Dinge, die mir gerade so spontan einfallen:
    Ich mag deinen schräg stehenden Pult. Wir hatten solche ähnliche Dinger in der ersten Klasse im Zeichnungsunterricht. Da hat man sich wie ein richtiger Künstler gefühlt, mit diesem schräg gestellten Pult. Weisst du was ich meine? Nur im Gegensatz zu mir bist du wirklich ein Künstler. Wobei wir auch bereits beim zweiten Punkt wären: deine Bilder sind toll. Wirklich! Kreative Ideen, fantastisch umgesetzt und so aus der Reihe tanzend. Im positiven Sinne. Nicht "Blümchen, Bäumchen, Mangafigur dazwischen, schöne Landschaft" sondern etwas, was auch die Grenzen und Vorstellungskraft unserer Gesellschaft sprengt. Und Salvador Dali ist übrigens wirklich toll (du hast ihn im Bereich "über mich" erwähnt). War in einigen von seinen Museen in Südfrankreich/Spanien. Definitiv mein Lieblingskünstler, falls ich einen Lieblingskünstler hätte.
    Du schreibst über Anarchie, als eine Gesellschaft ohne Herrschaft. Ist denn die eigentliche Idee des Kommunismus nicht recht ähnlich? Wenn eine Gesellschaft klassenlos und alle Individuen einander gleichgestellt sind, gibt es keinen der darüber hinausragt, gibt es auch keine Herrschaft. Zumindest in der Theorie. Wie es in Praxis aussieht wissen wir ja bereits.
    Nun, natürlich kann man das nicht so einander gleichsetzen, ich glaube der entscheidende Unterschied besteht immer noch in der Definition des Individuums, die Individualität, die im Kommunismus keinen Wert hat.
    Naja. Darüber könnte man ganze Romane schreiben. Hat man bereits geschrieben. Wie auch immer.
    Mir gefällt dein Blog. Faszinierend!
    Blockaden hat man immer wieder. Das ist menschlich. Man muss nur sich Zeit lassen und nicht unter Druck stellen. Zeichne weiter und bringe dich durch den Winter. Wenn möglich lebend.


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    1. Guten Abend und vielen Dank für Die vielen Gedanken und freundlichen Worte. Ich will versuchen, ihnen mit einer angemessenen Antwort gerecht zu werden.
      Was Deine Sicht auf die Bloglandschaft angeht, muss ich Dir über weite Teile zustimmen. Ich selber lese nur sehr wenige andere Blogs. Nicht aus Arroganz, sondern aus schlichtem Desinteresse an der homogenen Themenwelt. Wie Marc-Uwe Kling schon sagte: „Das Schöne am Internet ist, dass dort jeder seine Meinung kundtun kann. Das Schlimme ist, dass das auch jeder tut.“
      Das Pult an dem ich arbeite war ein Geschenk. Meine Mutter hat es auf einem Dachboden ausgegraben und mein Vater, der Tischler ist, hat es restauriert. Da bin ich wirklich sehr dankbar für, denn es ist schwer, alt und hat eine lange Geschichte.
      Es freut mich, dass Dir meine Bilder gefallen. Wenn ich mit meinen Sachen tatsächlich am Massengeschmack vorbeigehe, ist mir das sehr recht. Dennoch muss ich noch viel lernen und kann den hohen Ansprüchen der Kunstwelt noch lange nicht standhalten.
      Vergangenes Jahr habe ich eine Dalí-Ausstellung in Berlin besucht und war sehr enttäuscht. Die Ausstellung war als umfassend und einzigartig beworben worden, entpuppte sich aber als Querschnitt durch sein Frühwerk. Im Gegensatz zu Anderen mag ich seine späten Gemälde allerdings um Einiges lieber. Sollte ich dereinst, wie Du, die Gelegenheit haben, den wirklich bedeutenden Ausstellungen seines Werks einen Besuch abzustatten, wäre das sicher schön.

      Was Kommunismus und Anarchie angeht, will ich hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen. Das würde, wie Du schon sagst, den Rahmen sprengen. Nur soviel: Viele kommunistische Entwürfe sehen durchaus eine hierarchisierte Form der Gesellschaft vor. Wir alle wissen, zu welchen katastrophalen Konsequenzen das in der praktischen Umsetzung geführt hat Dennoch hast Du recht: Im Grunde ist gelebte Herrschaftslosigkeit auch ein Teil von konsequentem und humanem Kommunismus und Sozialismus. Der Realkommunismus der SU hat jedoch in jeder Hinsicht vor den Ansprüchen der Klassenlosigkeit versagt.
      Mein Traum von der perfekten Gesellschaft geht jedoch in die Richtung, in die auch die direktdemokratischen Aktionen von revolutionären Bewegungen der Gegenwart streben: Gleichberechtigte Basisdemokratie mit jederzeitiger Abwählbarkeit, der koordinierenden Vertreter. Ocuppy zeigt, bei allem Populismus, dass dieses Modell große Wirkung haben kann. Es würde mich freuen, mit Dir ausgiebiger darüber zu plaudern. Dann aber lieber per Mail oder noch besser: Auf dem Postweg.

      Der Winter wird nicht leicht, es liegen viel Arbeit und drei dunkle Monate vor mir. Mit Deiner und Eurer Begleitung wird das aber wohl kein Problem.

      Liebe Grüße nach Zürich.
      Linus Misera

      PS: Juhu! Nieder mit Twilight

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  2. Sehr schön dich wieder bei der "Arbeit" zu sehen.
    Blockaden sind echt das nervigste, was einem Künstler passieren kann.
    Empire of the Reaper 5 entpuppt sich gerade als das schwerste Projekt überhaupt. Was aber auch an meinen extrem hohen Ansprüchen liegt.

    Umso schöner finde ich es, dass du deine Blockade wohl wieder abgelegt hast.

    Und ja, die Kunst hilft einem schon durch den Winter, wenn es schon keine Schulter tut. Wahre Worte ;)

    Darf man fragen, in welche Richtung deine Kunst jetzt geht?
    Denn aus den letzten Meldungen ließ sich so ein wenig schließen, dass du dich vllt anderen Dingen widmen willst. (Ist auch nie eine schlechte Idee, hab ich gerade auch vor!)

    Zu der Gesellschaft: Ich würde nicht sagen, dass unsere Demokratie sehr großer Änderungen bedarf. Zumindest nicht mit der Gesellschaft die wir haben.

    Es muss sich erst die Gesellschaft ändern, dann kann sich das politische Konstrukt ändern.
    Die Gesellschaft ist nicht reif für jegliche Form von Kommunismus, Anarchie oder Ähnlichem.
    Und wenn ich mir unsere Generation ansehe, sehe ich leider nicht, dass sie es jemals sein wird.
    Eine Gesellschaft, die so wenig Ahnung hat, dass sie nicht mal unser Grundgesetz oder sonstige politische Instrumente und Themen versteht, wie soll die aktiv in der Politik mitwirken? Die Folgen wären nicht vorstellbar.
    Abschließend fällt mir dazu immer ein Zitat von Ford ein (etwas anderes Thema, lässt sich in Analogie aber auch hierrauf beziehen):
    "Wenn die Leute unser Geldsystem verstehen würden, gäbe es eine Revolution" (Keine Ahnung ob das jetzt korrekt zitiert wurde)

    Also wenn unsere Gesellschaft sich ändert und unsere Politik endlich mal versteht gibts ne Revolution und dann, und zwar erst dann, können wir uns über ein besseres System Gedanken machen.

    Nur mal (in wieder viel zu langer Form) meine Gedanken dazu.

    Viele Grüße.

    PS: Twilight ist die beste Komodie des Jahrhunderts. Versuch diesen Film einfach mal ernst zu gucken. Das geht nicht :D

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